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Ich kenne keine Parteien.Ich kenne nur Deutsche!------------------->-A.H
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Das Prädikat ist der wichtigste Teil im Satz. Es wird durch Verben ausgedrückt.
Das Verb kann allerdings nicht alleine stehen (es gibt nur wenige Ausnahmen!). Es braucht immer eine Nominativ-Ergänzung, kurz Nominativ. Im Nominativ steht immer das Subjekt.
Das Subjekt kann eine Sache sein.
Verben werden auch als "Tuwörter", "Zeitwörter" oder Tätigkeitswörter bezeichnet. Wörterbücher geben Verben immer mit dem Infinitiv an (Infinitiv = Grundform = nicht konjugiert). Verben bestehen aus einem Verbstamm und der Endung "- e n" (sehr selten nur mit "- n").
Das Verb bestimmt die Verbergänzungen. Beispiele
Die Verben "antworten, "glauben" und "helfen" haben eine Nominativ- und eine Dativ-Ergänzung.
Ein Verb gibt die Zeitform an (deshalb auch "Zeitwörter" genannt)
Verben verändern ihre Form, sie werden "konjugiert". Dadurch sind sie in der Lage, Informationen über die Anzahl der Personen Singular oder Plural), das Tempus (Präsens, Perfekt, ...) oder den Modus (Indikativ oder Konjunktiv) zu geben. Diese Veränderungen der Form nennt man "Konjugation".
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"Die Geschichte eines jeden Fremden endet mit seiner Geburt," sagt Zafer Senocak in seinem Buch "Atlas des tropischen Deutschland." Dass also jemand sich in die deutsche Gesellschaft integriert oder auch nicht, liegt allein an ihm - so muss man diesen Satz wohl deuten. Die Herkunft der Eltern oder gar der Großeltern sollte dabei eigentlich keine Rolle spielen. Doch die Realität sieht anders aus. "Alle Ausländer sind in den Augen der Deutschen gleich, alle sind Außenseiter", sagt Senocak.
Zafer Senocak lebt seit 1970 in Deutschland, aber er fühlt sich immer noch wie ein Türke. Die Deutschen nennen die Ausländer immer noch "Gastarbeiter". Dieser Begriff stammt aus der Zeit des Wirtschaftswunders, Anfang bis Ende der 1950er Jahre, als Deutschland intensiv um Arbeiter in anderen Ländern warb. Viele Männer waren im Zweiten Weltkrieg gefallen oder in Kriegsgefangenschaft, sodass der stark wachsenden Wirtschaft zu wenig Arbeitskräfte zur Verfügung standen. "Gastarbeiter" sollten den Mangel ausgleichen. Dabei war vorgesehen, dass die ausländischen Arbeitskräfte, zumeist Männer, nur eine begrenzte Zeit in Deutschland leben und arbeiten sollten. Von daher sagt der Begriff "Gastarbeiter" sehr viel aus, denn für die meisten Deutschen lag und liegt die Betonung des Begriffs auf "Gast": Gäste gehen irgendwann wieder; so gab es denn auch kaum integrative Maßnahmen. Angemessene Wohnungen? Deutschkurse? - Fehlanzeige.
Doch es kam anders, als sowohl Deutsche wie auch "Gastarbeiter" gedacht hatten: Viele der Gäste blieben; sie hatten in der Bundesrepublik eine zweite Heimat gefunden. Und nach und nach zogen ihre Familien hinterher. Heute leben sie in der dritten, manchmal sogar in der vierten Generation in Deutschland. Wenn der Begriff ‚Gastarbeiter' vielleicht noch auf die Elterngeneration zutrifft, wäre der des ‚Mitbürgers' für die zweite und dritte Generation daher angemessener.
Ausländer in Deutschland, insbesondere die Nachkommen der "Gastarbeiter", haben Identitätsprobleme: Ist die zweite Generation der Einwanderer Deutsch oder Türkisch? Die meisten fühlen sich keiner Nationalität zugehörig und nennen sich die "Heimatlosen" und "Sprachlosen." Sie können die Sprache ihrer Eltern nicht mehr sprechen, aber deutsche Muttersprachler sind sie ebenfalls nicht. Wo mancher Deutscher eine multikulturelle Gesellschaft beobachten will, sagt Senocak: "Darunter versteht er wohl das berührungslose Nebeneinander von Kulturen und Lebensanschauungen." Und zum Schlagwort der "Integration" meint er: "Die meisten verstehen darunter nichts anderes als eine glatte Assimilation: die ‚fremden' Gesichter verschwinden hinter deutschen Masken."
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) ist ein Nichtdeutscher, in Deutschland als Sohn türkischer Einwanderer geboren. Er saß von 1994 bis 2002 im Deutschen Bundestag - der erste Abgeordnete türkischer Abstimmung. Er stimmt mit Senocak überein: "Es ist nach den 70er Jahren für die Ausländer besser geworden, als die neuen sozialen Bewegungen begannen. Aber nach dem Mauerfall 1989 verschlechterte sich ihre Situation. In dem Ruf ‚Wir sind das Volk!' waren die Ausländer nicht eingeschlossen."
Es gebe laut Senocak keine leichte Lösung des Ausländerproblems. Immer noch spielt die Herkunft der Eltern bei der Staatsangehörigkeit eines Kindes eine große Rolle, anders als etwa in den USA, wo ein Kind durch Geburt amerikanischer Staatsbürger wird. Zwar sind auch hierzulande geborene Kinder nichtdeutscher Eltern deutsche Staatsbürger, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres haben sie zwei Staatangehörigkeiten. Dann müssen sie sich entscheiden, ob sie die deutsche oder die Nationalität der Eltern behalten.
Unklar ist auch, was den Deutschen eigentlich ausmacht. Senocak fragt, ob Einwanderer wirklich die eigene Herkunft verleugnen, wenn sie eine andere Kultur in ihre eigene aufnehmen. Und werden die Deutschen etwa weniger "deutsch", wenn sie wirklich eine multikulturelle Gesellschaft schaffen?
Besonders schwer für Senocak ist, wenn jemand sein "gutes Deutsch" komplimentiert. "Doch so lange man hierzulande glaubt, einem deutschsprachigen türkischen Schriftsteller ein Kompliment zu machen, wenn man sein gutes Deutsch lobt, verkennt man die wirkliche Tragweite der Migration in diesem Land." Offenbar ist für viele Deutsche ein Zuwanderer, der die deutsche Sprache fließend beherrscht, immer noch ein Wunder.
Zur Person: Zafer Senocak wurde 1961 in Ankara (Türkei) geboren. 1970 übersiedelte er mit seiner Familie nach München, wo er das Gymnasium besuchte. Anschließend studierte er Germanistik, Politikwissenschaften und Philosophie. Sein erstes (in Deutsch geschriebenes) Werk "Elektrisches Blau" erschien im Jahre 1983; "Atlas des tropischen Deutschland" kam 1992 heraus.
Quellen: http://www.uni-marburg.de; http://de.wikipedia.org; http://www.migration-online.de
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Im Jahre 2000 fand in Dakar, der Hauptstadt Senegals, das Weltbildungsforum statt. Bis 2015, so erklärten die 164 am Bildungsgipfel teilnehmenden Staaten, werde man "Bildung für alle" (Education for all, kurz EFA) erreichen. Sechs Maßnahmen wurden dafür definiert, darunter eine bessere Vorschulerziehung, kostenfreie Grundschulen und ein Ende der Benachteiligung von Mädchen.
Auch Deutschland war in Dakar vertreten. Zwar dürfen hierzulande Mädchen in die Schule gehen, und auch sonst gilt Deutschland im globalen Vergleich kaum als bildungsrückständig. Doch die Experten der UN-Kulturorganisation UNESCO wollen dem deutschen Bildungssystem keine guten Noten geben: Vier der sechs Ziele erfülle die Bundesrepublik laut eines EFA-Berichtes nur unzureichend.
So gehen nur 53 Prozent der Dreijährigen und 78 Prozent der Vierjährigen in einen Kindergarten. Das wirkt sich besonders nachteilig auf Kinder aus sozial schwächeren Familien oder auf Einwandererkinder aus. Mit mehr als zehn Prozent an Schulkindern, die nie eine Vorschule besucht haben, hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher.
Ein Viertel der 15jährigen gilt als Risikogruppe, weil sie Texte nur rudimentär verstehen. Laut einer Studie sind bis zu sieben Millionen Erwachsene funktionale Analphabeten, die kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Auch beim sechsten "Dakar-Ziel" (Qualität der Bildung) schneidet Deutschland schlecht ab: Schulbücher und Lehrmethoden sind veraltet, die Lehrpläne zu starr und der Einfluss der Bürokratie zu groß.
Verglichen mit der Bildungsmisere in ärmeren Regionen der Welt sind allerdings die deutschen Schulverhältnisse geradezu paradiesisch. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF teilt mit, dass jedes sechste Kind auf der Welt noch immer keine Chance hat, überhaupt lesen und schreiben zu lernen. 121 Millionen Kinder können weltweit nicht einmal eine Grundschule besuchen. Besonders bedenklich ist der Trend in Afrika südlich der Sahara, wo die Zahl der nicht eingeschulten Jungen und Mädchen seit 1990 gestiegen ist: von 41 auf 45 Millionen. UNICEF beklagt die Benachteiligung von Mädchen, die meist auf den Besuch einer Schule verzichten müssten, wenn das Geld der Familie nicht langt oder wenn Arbeitskräfte gebraucht werden. Was Kinder in der Dritten Welt lernen, orientiert sich häufig nur an einer Frage: Wie kann die Familie den morgigen Tag noch überleben? Für einen geregelten Schulalltag, der den Weg zu einer Berufsausbildung oder gar zu einem Studium ebnet, fehlen in vielen Regionen Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas noch immer wichtige Voraussetzungen.
Der Bildungsnotstand ist dabei nicht nur ein Symptom der Armut; er ist zugleich ihre Ursache. Die internationale Gemeinschaft hat bislang kein Mittel gefunden, diesen fatalen Zyklus zu durch- brechen. Zwar ist die Einschulungsrate weltweit seit den sechziger Jahren deutlich gestiegen, von unter 50 auf über 80 Prozent; doch reicht dies allein bei weitem nicht aus, um die Bildungsmisere zu überwinden. Dazu müssen drei Hürden beseitigt werden:
Das erste Hindernis ergibt sich aus der anhaltenden Krise postkolonialer Staaten, die auch jahrzehnte nach der Unabhängigkeit oft Gebilde sind, in denen sich die politische Führung nicht dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt. Eine breite Bildung der Massen wäre eine Bedrohung für das Herrschaftsmonopol der politischen Führungen.
Auch Kriege behindern die Entwicklung eines Bildungssystems in vielen Ländern Afrikas und Asiens. Kinder in Kriegsgebieten lernen, wie man sich versteckt oder flüchtet, wie man Minen vergräbt oder das Magazin einer Kalaschnikow wechselt. Das ist das ABC, das dort das Überleben sichert. Schulen dagegen sind Fehlanzeige.
Geldmangel schließlich ist die dritte, für viele Staaten nicht zu überwindende Hürde. Nach Angaben von UNICEF fehlen jährlich fünf bis sieben Milliarden Dollar, um die Ausbildung in armen Staaten zu verbessern; eine Lücke, die Entwicklungsländer allein nicht füllen können, mahnen die UN. Das deutsche Entwicklungshilfe-Ministerium will immerhin die Hilfe für die Grundbildung von derzeit 72 Millionen Euro auf 120 Millionen Euro 2007 anheben, was freilich nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.
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Quelle: Arne Perras, Jeanne Rubner, ABC der Armut, Süddeutsche Zeitung, 12. Dezember 2003
Mehr als achtzig Prozent der japanischen Teenager nutzen ihr Handy nicht zum Telefonieren, sondern nur noch für Kurznachrichten, so genannte SMS, wie kürzlich eine Umfrage eines Telefonkonzerns ergab. Die Tokioter Soziologin Mimi Ito hatte festgestellt, dass die Jugendlichen selbst dann lieber kleine Texte mit dem Mobiltelefon verschicken, wenn sie zu Hause vor dem Rechner sitzen und eigentlich mailen könnten. Ihre Erklärung: "Die sind mit dem Daumen einfach schneller, als auf der Tastatur." TV-Sender veranstalten sogar schon Wettbewerbe; die Besten schaffen hundert Wörter pro Minute.
In der Fachwelt heißen die jungen SMS-Junkies "oya yubi sedai" - frei übersetzt "Generation Daumen". Man fand heraus, dass Angehörige dieser Gruppe wesentlich dickere Daumen besitzen als Heranwachsende ohne Handy. Sie benutzen den ersten Finger der Hand sogar, um an der Tür zu klingeln, sich an der Nase zu reiben - oder als Zeigefinger. Einige Forscher sehen darin sogar den Beweis, dass die technische Entwicklung beim Menschen Entwicklungen bewirkt, für die früher viele Generationen nötig gewesen wären. Eine Übertreibung? Oder ist der Daumen tatsächlich der "Superfinger" des Informationszeitalters, wie die Londoner Tageszeitung Observer schwärmte?
Es wäre nicht das erste Mal, dass sich eine Anpassung des Daumens an eine neue Technik vollzöge - mit einigem Profit für uns Menschen. Der Evolutionsforscher John Napier schrieb, dass wir uns nicht zuletzt dank dieses Fingers "von den übrigen Primaten" unterscheiden. Vor gut zwei Millionen Jahren tauchten die ersten Werkzeuge aus Knochen und Stein auf. In der selben Zeit, das zeigen Fossilienfunde, emanzipierte sich der Daumen von den übrigen Fingern: Er wurde länger und die Muskeln zeigten massive Veränderungen. Der Mensch konnte den Daumen fortab unabhängig von allen anderen Fingern bewegen und mit der Daumenspitze alle anderen Fingerkuppen berühren; nach Auskunft eines Handchirurgen eine Entwicklung, die "in der Natur ohne Beispiel ist".
Es mag uns banal erscheinen, doch die Fähigkeit, einen Stock fest in der Hand zu halten, mit Messer und Gabel zu essen oder Golf zu spielen, haben wir erst dank des Daumens. "Ohne ihn ist die Hand bestenfalls eine Zange, die nicht richtig schließt" stellt John Napier fest. Der präzise Umgang mit Waffen und Werkzeug wäre uns ohne den Daumen nie möglich gewesen; nur durch dieses evolutionäre Meisterwerk konnten wir zu erfolgreichen Jägern und Kriegern werden. Der römische Feldherr Julius Cäsar wusste genau, warum er seinen Feinden vor der Entlassung aus der Gefangenschaft beide Daumen abhacken ließ ...
Der Grund, weshalb sich unser Daumen im Laufe der Entwicklungsgeschichte des Menschen selbständig machte, ist bis heute allerdings ungeklärt. Fest steht, dass sich nicht nur eine Veränderung der Hand vollzog, sondern auch eine Weiterentwicklung im Gehirn: Es wuchs explosionsartig an, von gut 700 auf bis zu 1400 Gramm. Die Steuerung der Hand beansprucht - neben der das Gesichts - den größten Teil der motorischen und sensiblen Gehirnmasse. Für den Daumen wiederum steht davon von allen Fingern die meiste Steuerungskapazität zur Verfügung.
Wird er aber im Handyzeitalter so wichtig, dass unsere Kindeskinder nur noch mit dicken Daumen zur Welt kommen? Wohl kaum, denn selbst bei zwanzig Jahre langem Training würden die Gene für einen kräftigeren Daumen nicht an die nächste Generation vererbt; und Evolution heißt, dass sich die Gene verändern. Die Natur unterstützt solche Mutationen nur, wenn sie sich als vorteilhaft für das Überleben einer Art erweisen - und danach sieht es bei der Handynutzung nicht aus.
Statt dessen sehen sich Ärzte zunehmend mit Menschen konfrontiert, die über Entzündungen an der Hand klagen. Und auch den Intellekt scheint der Einsatz des Superfingers nicht gerade zu befördern: In einer Umfrage, wieder in Japan erhoben, äußerte jeder Vierte, der Gebrauch von Handy und Computer habe seine Handschrift verschlechtert - und mehr als die Hälfte der Befragten gab zu, dass sie deshalb bereits einige Schriftzeichen vergessen hätten.
Quelle: Rainer Stadler, Daumen hoch!, Süddeutsche Zeitung. Magazin, 29.08.2000
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Am 20. Juni 1976 trat ein internationales Handelsabkommen in Kraft, das ein Vierteljahrhundert später für eine der größten Erfolgsgeschichten im Naturschutz steht: die "Convention on Internationalen Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna" (CITES). Sie regelt den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und verbietet ihn in manchen Fällen ganz. Dadurch wurden neben vielen anderen Lebewesen vermutlich einige Großkatzenarten wie der Leopard und der Jaguar sowie verschiedene Krokodilarten vor der Ausrottung gerettet.
Das Bewusstsein, dass nach dem Verlust von Lebensräumen der Handel die zweitwichtigste Ursache für das Aussterben von Arten ist, ist erst in den vergangenen 30 Jahren gewachsen. In den fünfziger und sechziger Jahren waren Mäntel aus Fellen von gefleckten Großkatzen in Mode gekommen. Mit Anstieg der Nachfrage aber gerieten die Großkatzen an den Rand der Ausrottung. In den siebziger Jahren sorgten sich die Naturschützer vor allem wegen des Handels mit Elfenbein. Die Stoßzähne von Elefanten wurden zur Verarbeitung im Kunsthandwerk nach Europa exportiert.
Für Naturschützer zeichnete sich eine deutliche Tendenz ab: Fast immer wurden Tiere in einem Land gejagt, weil man die Bedürfnisse reicher Menschen in anderen Teilen der Welt befriedigen wollte. Erst durch ein international verbindliches Handelsabkommen wie CITES konnten diese Arten vor der Ausrottung bewahrt werden.
CITES wurde 1973 in Washington ausgehandelt und wird auch als das "Washingtoner Artenschutzabkommen" bezeichnet. Heute respektieren 154 Staaten die Richtlinien und Verbote von CITES. Der Öffentlichkeit sind aus dem komplizierten Regelwerk vor allem die drei sogenannten "Anhänge" bekannt. Darin sind inzwischen über 30.000 Arten aufgelistet. "Anhang I" nennt mehr als achthundert Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Kommerzieller Handel über Staatsgrenzen hinweg ist mit wildlebenden Exemplaren dieser Art oder Teilen von ihnen streng untersagt. Einzig zu wissenschaftlichen Zwecken dürfen Exemplare der Anhang-I-Arten internationale Grenzen passieren. Geld darf damit nicht verdient werden.
Arten des "Anhangs II" sind nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht, könnten aber rasch ausgerottet werden, wenn nicht bestimmte Handelseinschränkungen eingehalten werden. Deshalb regelt CITES den Handel mit diesen mehr als 29.000 Arten, um deren Erhalt zu gewährleisten. Dabei sollen nicht mehr Exemplare aus der Natur entfernt werden, als gleichzeitig neu entstehen. "Anhang III" von CITES schließlich regelt den Umgang mit mehr als zweihundert Arten, die nur in bestimmten Ländern, also nicht weltweit gefährdet sind.
Alle zweieinhalb Jahre treffen sich die Vertreter der Vertragsstaaten, um über Änderungen in diesen "Anhängen" abzustimmen, wobei sie von verschiedenen Naturschutzorganisationen beraten werden.
Ein Beispiel dafür, wie das Artenschutzabkommen funktioniert, ist das Nil-Krokodil, das bei der Unterzeichnung des Abkommens 1976 im Anhang-I aufgelistet wurde. Der kommerzielle Handel mit den Häuten des Reptils, die bis dahin zur Herstellung von Handtaschen und Schuhen genutzt wurden, war verboten. Im Laufe der Zeit begann man in einigen Ländern mit der kontrollierten Entnahme von Eiern aus der Natur und der Aufzucht des Krokodils in Farmen. Da sich Krokodileier recht einfach ausbrüten lassen, nahm der Bestand an Krokodilen rasch zu, und ein Teil der Tiere wurde in der freien Natur ausgesetzt, der natürliche Bestand dadurch vergrößert. Inzwischen leben in der freien Natur wieder so viele Nil-Krokodile, dass es möglich war, sie von "Anhang I" in "Anhang II" zurückzustufen. Daher darf eine bestimmte Anzahl freilebender Tiere für den kommerziellen Handel gejagt werden. Sowohl der Naturschutz als auch der Handel profitieren also von CITES.
Der Erfolg beim Schutz von Krokodilen und Großkatzen führte dazu, dass immer mehr Arten in die Listen aufgenommen wurden. Neben vielen Pflanzenarten finden sich auch sämtliche Walarten in den "Anhängen". Gelöst sind die Probleme des Artenschutzes mit der Kontrolle des Handels allerdings nicht. Zum Beispiel lassen sich bestimmte Haiarten schlecht zählen; somit findet man sie in keinem "Anhang" des Abkommens. Der Stör dagegen ist dort aufgelistet, da er immer seltener wird. Das merkt auch der Käufer: Der vom Stör stammende Kaviar wird jedes Jahr um zwanzig Prozent teurer. Auch fördern zunehmende wirtschaftliche Verbindungen ein Unterlaufen des Abkommens. Außerdem haben kriminelle Organisationen den Handel mit bedrohten Tieren als lukrative Einnahmequelle entdeckt.
Vermehrt sollen nun bedrohte Baum und Pflanzenarten beobachtet werden, denn immer mehr Menschen wollen ihre Gesundheit mit exotischen Heilpflanzen erhalten oder sich ein Wohnzimmer aus Mahagoni leisten. Ob das Abkommen CITES hier einen ähnlichen Erfolg wie bei Elefanten oder Krokodilen zeigt, ist aber alles andere als sicher.
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Quelle: Handelsbarrieren für den Artenschutz, FAZ, 21. Juni 2001
Aachen, 25. April 20...
Lieber Thomas,
wie geht es dir? Ich sitze hier gerade an meinem Schreibtisch und schaue aus dem Fenster: Es regnet in Strömen. Deshalb vertreibe ich mir die Zeit ein wenig und schreibe dir mal wieder. Das Wetter geht mir auf die Nerven, seit fast zwei Wochen regnet es hier; ich bin echt urlaubsreif! Ich brauche die Sonne!! Aber bald geht's ja los!!!
Ich freue mich schon sehr auf meinen Urlaub in Südfrankreich. Ich spare seit Weihnachten darauf; Südfrankreich ist nicht ganz billig, aber ich möchte endlich mal einen besonderen Urlaub machen, nicht immer nur diese kurzen Ausflüge in die Umgebung. Maastricht, Lüttich und Brüssel sind ja sehr schön, aber ich habe schon seit vier Jahren keinen richtigen Urlaub mehr gemacht.
Ich fahre wahrscheinlich Mitte Juni mit dem Zug nach Nizza; den genauen Termin weiß ich noch nicht. Der "Thalys", ein französischer Hochgeschwindigkeitszug, fährt von Köln über Aachen bis Paris, zum Gare du Nord. Dort muss ich leider umsteigen, das heißt, ich muss mit der Métro quer durch Paris zum Bahnhof Paris Lyon fahren. Dort muss ich in den Zug nach Nizza einsteigen. Das ist etwas umständlich. Und der "Thalys" darf sich nicht verspäten, denn ich habe nicht ganz so viel Zeit: der TGV nach Nizza fährt eine Dreiviertelstunde später.
Ich habe noch viel zu tun: Ich muss ein Hotelzimmer buchen und für den TGV einen Platz reservieren. Und natürlich die Fahrkarte kaufen; das mache ich aber online. Eventuell miete ich mir in Nizza auch ein Auto und fahre etwas herum, denn ich möchte nicht nur am Strand liegen, sondern etwas von der Gegend sehen. Das hängt aber von den Kosten ab. Zur Not tut's auch ein Moped oder Fahrrad. Alles in allem habe ich aber noch keine festen Pläne; am besten besorge ich mir in einer Buchhandlung mal einen Reiseführer über Südfrankreich. Dann kann ich mich genau festlegen.
Ach ja, und mein Französisch muss ich auch noch ein wenig auffrischen; ich habe viel vergessen ... Vielleicht mache ich noch einen Kurs an der VHS, mal sehen. Lass es dir gut gehen und grüße deine Frau und die Kinder von mir.
Viele Grüße
Klaus
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Nizza, 21. Juni 20...
Hallo Thomas,
sonnige Grüße aus Südfrankreich! Ich habe dir, glaube ich, zuletzt im April geschrieben. Da habe ich am Schreibtisch gesessen und in den Regen geschaut. Es hat zwei Wochen lang am Stück geregnet - ich erinnere mich gut. Schon zwei Monate vor meiner Reise bin ich richtig urlaubsreif gewesen. Ich habe bis dahin nur kleine Ausflüge gemacht. Ich weiß es noch: Ich habe mich so sehr auf den Urlaub gefreut und seit Weihnachten viel Geld für meinen Urlaub gespart.
Und jetzt sitze ich hier auf der Terrasse in meinem Hotel, sehe aufs Meer und trinke ein Glas Rotwein! Es hat tatsächlich geklappt. Vor drei Tagen bin ich morgens um neun in Aachen in den "Thalys" eingestiegen und nach Paris gefahren. Die Fahrt ist sehr angenehm gewesen. Dann aber hat es ein Problem gegeben: Die Métro nach Paris Lyon ist ausgefallen, ich habe eine andere U-Bahn nehmen müssen, und ich habe schon Angst bekommen: Verpasse ich meinen Anschlusszug? Komme ich etwa auf dem Bahnsteig an und der Zug fährt mir vor der Nase weg?! Aber dann ist doch alles gutgegangen.
Die Fahrt nach Nizza hat insgesamt rund zehn Stunden gedauert, und abends um viertel nach sieben bin ich in Nizza aus dem Zug gestiegen. Was soll ich sagen? Die Sonne hat noch geschienen, es ist warm gewesen. Urlaubsfeeling pur! Ich bin mit dem Taxi zum Hotel gefahren, die Straße führt immer am Strand entlang. Ich habe das Meer gerochen, alleine diese Taxifahrt ist herrlich gewesen (und ich habe dem Taxifahrer ein dickes Trinkgeld gegeben)!
An der Rezeption im Hotel sind alle sehr freundlich gewesen. Ich habe Französisch gesprochen und fast alles verstanden - der Portier und der Page haben aber auch sehr langsam gesprochen. (Ich habe übrigens tatsächlich noch einen Kurs an der VHS gemacht. Das ist gut gewesen, mein Französisch wird von Tag zu Tag besser.)
Tja, und jetzt sitze ich hier auf der Terrasse, sehe aufs Meer und trinke einen Rotwein. Es ist einfach herrlich! - Ich muss jetzt Schluss machen, mein Essen kommt gleich. Grüß deine Familie! Ich melde mich in ein paar Tagen noch mal.
Viele Grüße
Klaus
Um fünf Uhr morgens wacht Manfred plötzlich auf. Er hat Fieber, sein Kopf tut weh, er hustet, die Nase läuft – er kann kaum atmen: Manfred hat eine Erkältung.
Manfred steht mühsam auf und geht ins Badezimmer. Dort ist sein Arzneischränkchen. Manfred sucht ein Grippemittel, aber er findet keins. „Nicht mal Aspirin“, denkt er und niest dreimal.
Er geht in die Küche und kocht Wasser für einen Tee. Er kann kaum stehen, so sehr schmerzt sein Kopf. Seine Arme und Beine sind schwer. Manfred sieht auf die Uhr: halb sechs. Um sieben kann er in der Firma anrufen, dann ist jemand da. Denn arbeiten kann Manfred heute nicht. „So lange schlaf’ ich noch ein bisschen“, denkt Manfred. Ein paar Minuten später ist der Tee fertig. Manfred geht ins Schlafzimmer und nimmt die Teetasse mit.
Um halb acht wacht Manfred wieder auf. Er ruft in der Firma an: „Ich bin krank, ich habe Grippe.“ „Dann bleiben Sie mal zu Hause und werden wieder gesund“, sagt sein Chef. „Gehen Sie am besten gleich zum Arzt!“
Manfred ruft Doktor Meyer an, das ist sein Hausarzt. Die Sprechstundenhilfe gibt Manfred einen Termin: „Kommen Sie um neun vorbei! Und vergessen Sie Ihre Versichertenkarte nicht!“
Um zehn vor neun betritt Manfred die Praxis. Die Sprechstundenhilfe, eine junge Frau namens Erika, begrüßt ihn und fragt: „Ihre Krankenkasse ist ...?“ Manfred zeigt die Versichertenkarte vor. Sein Hals tut nun ebenfalls weh; er kann kaum sprechen. Das Schlucken bereitet ihm Schmerzen. Die Sprechstundenhilfe erledigt die Formalitäten und sagt schließlich: „Zehn Euro bekomme ich dann noch!“
„Ach ja“, murmelt Manfred. „Die Praxisgebühr.“ Die Sprechstundenhilfe nickt. „Ein neues Quartal – ich kann’s nicht ändern. Nehmen Sie jetzt bitte im Wartezimmer Platz! Es dauert noch ein paar Minuten ...“
Manfred geht ins Wartezimmer. Nur eine alte Dame sitzt da und liest eine Illustrierte. „Guten Morgen“, grüßt Manfred heiser und setzt sich auf einen Stuhl. Die Dame antwortet nicht. Manfred muss husten. „Stecken Sie mich bloß nicht an!“, sagt die Dame und guckt ihn mürrisch an. „Lass mich einfach in Ruhe!“, denkt Manfred, sagt aber nichts – er will nicht unhöflich werden ...
Zwanzig Minuten später ruft ihn die Sprechstundenhilfe: „Herr Dorsten in Zimmer zwei bitte!“ Manfred steht auf und geht in das Behandlungszimmer.
Doktor Meyer begrüßt Manfred freundlich und untersucht ihn. „Tja“, sagt er endlich, „ein schwerer grippaler Infekt. Ich verschreibe Ihnen etwas dagegen. Bleiben Sie bitte den Rest der Woche im Bett!“ Manfred nickt: „Dann brauche ich aber ein Attest für meinen Arbeitgeber.“ „Ich schreibe Sie bis Montag krank“, antwortet der Arzt und füllt zwei Formulare aus. „Hier ist das Attest“, sagt er und gibt Manfred einen Zettel, „und hier das Rezept.“ Doktor Meyer reicht Manfred einen zweiten Zettel. „Gehen Sie gleich in die Apotheke. Und dann ab ins Bett!“
Der Heimweg ist anstrengend. Manfred muss einen kleinen Umweg gehen; die nächste Apotheke liegt fünfzehn Minuten zu Fuß entfernt. Manfred geht hinein und gibt sein Rezept ab. Er bekommt Tabletten gegen Grippe.
Endlich liegt Manfred wieder zu Hause im Bett. Er packt die Tabletten aus und liest die Packungsbeilage: „Zwei Tabletten dreimal täglich“, brummt er.
Da klingelt das Telefon. Seine Mutter ist dran. „Mutter“, sagt Manfred und schnieft, „ruf mich bitte später noch mal an!“ (Manfred will nur noch schlafen.) „Geht’s dir nicht gut?“, fragt sie. „Soll ich vorbeikommen?“ Manfred hustet. „Heute Nachmittag vielleicht“, sagt er endlich. „Bring bitte etwas Obst mit!“ Dann legt er auf.
Zwei Tabletten schluckt er, dann zieht er die Decke über den Kopf und schläft ein ...
- Grundstufe (A1 - B1)
- Mittelstufe (B2 - C1)
- Oberstufe (C1 - C2)
Zu allen Leseverstehen gibt es verschiedene Aufgabentypen, die sich an der DSH-Prüfung orientieren. Dazu gehören im Wesentlichen:
- Richtig/Falsch-Aufgaben: Hier sollen Sie entscheiden, ob eine Aussage dem Text entspricht, d.h. ob die Information im Text steht oder nicht.
- Multiple-Choice-Aufgaben: Hier sollen Sie aus drei Aussagen diejenige auswählen, die dem Text entspricht. Es ist immer nur eine Aussage richtig.
- Textfragen: Hier sollen Sie Fragen und andere Aufgaben zum Text bearbeiten. Sie sollen in Stichpunkten antworten oder Sätze inhaltlich und sprachlich korrekt zu Ende schreiben. Manchmal sollen Sie auch in ganzen Sätzen antworten.
- Tabellen: Hier sollen Sie in einer Tabelle die fehlenden Daten in Stichpunkten ergänzen. Das können Zahlen, Einheiten (z.B. Euro, Km, °C etc.) oder Stichwörter sein. Es kann auch sein, dass Sie lediglich einen Strich ( - ) machen sollen, wenn es zu einem Feld in der Tabelle keine Information im Text gibt. Achten Sie auf die Arbeitsanweisungen und gegebenenfalls auf Beispiele.
Die Leseverstehen können Sie online lösen und erhalten, falls Sie eine Aufgabe falsch bearbeitet haben, eine Fehlermeldung in der Form "Überprüfen Sie Zeile XY" (Die Nummer XY zeigt Ihnen die fehlerhaft gelöste Aufgabennummer an.). In der Online-Version wird Ihnen außerdem die Punktzahl angezeigt, die Sie erreicht haben. Sie können sich die Aufgaben und den Text auch ausdrucken, und lösen die Leseverstehen auf dem Papier. Wenn Sie auf "Lösungen" klicken, erscheinen die korrekten Antworten.
Die Leseverstehen der Grundstufe haben in der Regel einen grammatischen Schwerpunkt. Ein Link führt Sie direkt zur Grammatik, wo Sie die entsprechenden Erklärungen noch einmal nachlesen können.
Zu den Leseverstehen gibt es außerdem Diktate, die Sie im Anschluss schreiben können.
Wörter wie ach, ähh, aua, ey, hatschi, huch, huhu, hoppla, hmmm, na, tja, psst sind Interjektionen und sind unveränderlich. Interjektionen werden auch Empfindungswörter oder Ausrufewörter genannt. Sie haben die Aufgabe, Empfindungen und Gefühle, Ausrufe und Geräusche wiederzugeben. (Pfui, lass das liegen, Bello! / Ach herje, wie ist das denn passiert? / "Putt-putt-putt-putt-putt", ruft die Bäuerin zu den Hühnern, wenn sie den Hühnerstall betritt, um sie zu füttern.)
Wörter wie und, aber, denn, oder, dass, bevor, nachdem, bis, als, wenn, sowohl ... als auch sind Konjunktionen und sind unveränderlich. Konjunktionen werden auch Bindewörter genannt, da es ihre Aufgabe ist, einzelne Wörter, Satzglieder oder ganze Sätze zu verbinden. (Eva ist jetzt reich und sehr glücklich, weil sie im Lotto gewonnen hat.)
Konjunktionen beeinflussen die Stellung der Verben innerhalb eines Satzes und verlangen einen bestimmten Satzbau. Die richtige Verknüpfung von Informationen (Wörter, Satzglieder, Satzteile, Sätze) durch Konjunktionen in einer Textproduktion stellt viele Deutschlernende vor große Probleme. Ihr Gebrauch ist schwierig und bedarf in der Regel viel Übung.
Wörter wie ab, an, auf, aus, außer, bei, bis, durch, entlang, gegenüber, hinter, in sind Präpositionen und sind (abgesehen von der Verschmelzung mit einem Artikel) unveränderlich. Präpositionen werden auch Verhältniswörter oder Vorwörter genannt. Sie drücken kausale, lokale, temporale oder modale Verhältnisse zwischen Personen und Sachen aus.
Präpositionen verlangen immer einen bestimmten Kasus (Akkusativ, Dativ, Genitiv), das nachgestellte Namenwort bzw. sein entsprechendes Pronomen wird mit seinen Begleitern entsprechend dekliniert (mit seinen großen Händen / durch die schmale Tür).
Wörter wie hier, da, dort, unten, oben, heute, gestern, danach, deshalb sind Adverbien und sind (bis auf sehr wenige Ausnahmen) unveränderlich. Adverbien werden auch Umstandswörter genannt, weil sie die näheren Umstände eines einzelnen Wortes oder gleich eines ganzen Satzes bestimmen. Nähere Umstände lassen sich durch bestimmte W-Fragen erfragen: Wann? Wo? Wohin? Woher? Warum? sind die geläufigsten Fragewörter. (Wann kommt Udo? - Morgen. / Wo ist meine Brille? - Da auf dem Tisch.)
Wörter wie machen, lachen, fahren, gehen, arbeiten, studieren sind Verben und sind veränderlich. Sie werden konjugiert.
Verben werden auch Tu(n)wörter oder Tätigkeitswörter genannt, weil sie Auskunft darüber geben, was Namenwörter (Menschen, Tiere, Pflanzen oder Dinge) gerade tun (Das Baby schreit. / Die Frau lacht. / Der Wecker klingelt.).
Verben werden auch Zeitwörter genannt, weil sie die Aufgabe haben, die Zeit anzugeben, wann etwas geschieht (Das Kind spielt. / Das Kind hat gespielt. / Das Kind spielte.).
Aufgrund seiner vielen Aufgaben und Funktionen ist das Verb das wichtigste Wort in einem Satz. Der richtige Gebrauch der Verben bezüglich Konjugation, Zeitform, Satzstellung, Modus etc. ist daher in einem Satz von größter Bedeutung und für ein gutes Deutsch zwingend erforderlich. Wird das Verb falsch eingesetzt, kann es sehr schnell zu größeren Verständigungsproblemen und Irritationen bis hin zu peinlichen Missverständnissen oder Irrtümern führen.
Wörter wie eins, zwei, drei, der erste, die zweite, der wievielte sind Numerale und sind veränderlich. Numerale werden auch Zahlwörter genannt und geben an, in welcher Anzahl etwas vorkommt (Hier sind zehn Euro. Er hat drei Geschwister).
Wörter wie alt, neu, groß, klein, schön, hässlich, billig, teuer sind Adjektive und sind veränderlich. Adjektive werden auch Eigenschaftswörter oder Wiewörter genannt und haben die Aufgabe, Nomen und Personen (Das Auto ist schnell, Ute ist fleißig) näher zu beschreiben.
Adjektive können gesteigert werden (alt, älter, am ältesten / klein, kleiner, am kleinsten).
Stehen Adjektive vor einem Nomen, werden sie dekliniert (Das ist ein schöner Mann, ein schönes Bild, ...). Stehen Adjektive allein oder hinter dem Nomen, bleiben sie, sofern sie nicht gesteigert werden (Das Auto ist schon älter.), unverändert. In diesen Fällen spricht man von einer prädikativen oder adverbialen Verwendung der Adjektive.
Wörter wie ich, du, er, sie, mich, dich, mir, dir, unser, euer sind Pronomen und sind veränderlich. Pronomen werden auch Fürwörter genannt und stehen anstelle eines Nomens (Das Auto ist neu. Es war sehr teuer.) oder eines ganzen Satzes.
Der Gebrauch der Pronomen ist nicht immer einfach, da es viele verschiedene Pronomen gibt, die in vielen Varianten innerhalb eines Satzes Verwendung finden können.
Wörter wie der, die, das, den, dem, ein, eine, einem sind Artikel und sind veränderlich. Artikel werden auch Nomenbegleiter oder Geschlechtswort genannt. Ein Artikel hat unter anderem die Aufgabe, dem Nomen ein grammatisches Geschlecht, männlich, weiblich oder sächlich, zuzuordenen. Darüber hinaus zeigt er den Kasus des Nomens an, da sich viele Nomen in ihrer Deklination nicht (der Mann, den Mann, dem Mann) oder meist nur im Genitiv (des Mannes) verändern. Die Deklination übernimmt der Begleiter und zeigt durch seine Deklination den Kasus des Nomens an (der, des, dem, den / Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ).
In einigen Fällen ist die Form des Nomens im Singular und Plural gleich, wie z.B. Fenster → Fenster. Auch aus diesem Grund steht ein Nomen in den meisten Fällen (Ausnahme Nullartikel) nicht allein, sondern wird von einem Artikel begleitet: das Fenster → die Fenster / das Mädchen → die Mädchen. Nicht das Nomen, sondern der Artikel zeigt den Numerus (Singular / Plural) des Nomens an.
Wörter wie Apfel, Berg, Computer, Dienst, Elefant, Frank, Garten sind Nomen und sind veränderlich. Nomen werden auch Hauptwort, Substantiv oder Namenwort genannt. Das Namenwort benennt Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge oder Gegenstände und gibt ihnen einen Namen, wie zum Beispiel Peter, Michael, Hund, Katze, Baum, Blume, Haus, Tisch, ... Zu dieser Nomengruppe gehören alle materiellen Gegenstände, die man anfassen oder sehen kann. Man nennt sie deshalb auch konkrete Nomen oder Gegenstandshauptwörter.
Demgegenüber stehen die abstrakten Nomen. Sie bezeichnen Nomen, die nicht materiell sind, die man folglich auch nicht anfassen oder sehen kann. Dazu gehören Gefühle, Empfindungen oder unsichtbare Dinge, wie Liebe, Hass, Mut, Angst, Hilfe, Kälte, Hitze, Fieber, Dank, Zeit, ...
Nomen können in der Einzahl (= Singular) oder Mehrzahl (= Plural) stehen. Wird der Plural gebildet, verändert sich das Nomen oft: Hund → Hunde / Mann → Männer / Frau → Frauen.
Nomen werden dekliniert und können dadurch den Kasus anzeigen: der Name → den Namen / das Herz → des Herzens.
Nomen beginnen immer mit einem großen Buchstaben: Apfel, Baum, Katze, ...